Umsatzsteuer Sonderprüfung

Umsatzsteuer Sonderprüfung

Eine schnelle und überzeugende Reaktion des Unternehmens bzw. seines Beraters im Falle einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung ist besonders wichtig, da eine solche Prüfung meist sehr unerwartet stattfindet. Da wesentliche Unterschiede zu den üblichen Außenprüfungen (siehe V.) bestehen, ist es umso wichtiger als Unternehmer zu wissen, wie genau eine solche Prüfung abläuft.

Im Folgenden erläutern wir Ihnen die wichtigsten Hinweise aus der Praxis. Wir stehen Ihnen jedoch auch jederzeit persönlich zur Seite.

Allgemeines

Bei der Umsatzsteuer-Sonderprüfung handelt es sich um eine besondere Form der regulären Betriebsprüfung (Außenprüfung). Unterschied zu einer solcher ist, dass eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung eher kurzfristig angemeldet wird.

Das Verfahren dient der Überprüfung umsatzsteuerliche Sachverhalte, also z.B. die Geltendmachung von Vorsteuern oder die Inanspruchnahme von Steuerbefreiungen. Der Prüfer wird zudem den Auslandsbezug beachten, um die EU-weiten Regelungen der Umsatzsteuer zu wahren. Durch die Versendung von Kontrollmitteilungen an die Finanzbehörden im EU-Ausland – welche für Geschäftspartner zuständig sind – wird nicht nur Ihr Unternehmen in Deutschland beleuchtet. Es besteht somit die Möglichkeit auch drohende Kontrollmitteilungen aus dem Ausland zu erhalten.

Ganz ohne Ankündigung findet im Gegensatz die Umsatzsteuer-Nachschau gem. § 27 UStG statt. Grund einer solchen Prüfung kann das Misstrauen des Finanzamts gegenüber dem Unternehmen sein. Inhalt dabei sind jedoch meist nur gezielt ausgewählte einzelne Punkte.

Die besondere Bedeutung der Umsatzsteuer-Sonderprüfung für Unternehmen ist unumstritten. Die Zustimmung zu einer Erstattung von geltend gemachten Vorsteuern ist abhängig davon, wie die Prüfung ausfällt. Im Einzelfall kann die Dauer einer solche Prüfung somit die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens deutlich beeinträchtigen.

Ablauf einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung

Die Ankündigung einer solchen Prüfung erfolgt immer schriftlich. Hierfür wird ein Formblatt der Behörden, die sog. „Anordnung einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung“, verwendet. Hierin wird die Prüfung gem. § 193 AO angeordnet. Neben dem Namen des Prüfers und dem entsprechenden Datum beinhaltet das Dokument in erster Linie jedoch den Prüfungsinhalt im Besteuerungszeitraum.

Nachdem eine Überprüfung der Belege für Einnahmen und Ausgaben, die Differenzierung von Brutto und Netto vorgenommen wurde, sowie die Vorsteuer zur Zufriedenheit abgewickelt wurde, erstellt der Prüfer einen Bericht, den der Steuerzahler zur Kenntnis nehmen kann, sowie dazu Stellung beziehen kann. Im Anschluss erhält der Unternehmer eine korrigierte Version der letzten Steueranordnung. Ist die Abrechnung im Minus, ist der genannte Betrag fristgerecht zu bezahlen.